Einführung & Hintergründe

Ling Mu Quan

Beseelte    Baum     Faust  

 

Einführung in die neue Kampfkunst

LING MU QUAN ist eine neue Kampfkunst mit alten Wurzeln. LING MU QUAN bedeutet in etwa »Lebendige Baum-Faust«. Ling ist ein vielschichtiges Wort – es kann sowohl als »Geist«, als auch mit »beseelt«, »gewandt«, und »schnell« übersetzt werden. Das Zeichen Quan (Faust) am Ende zeichnet es als Kampfkunststiel aus. Das LING MU QUAN ist gewachsen mit weltweiten Einflüssen, wurzelt aber vor allem in den „chinesischen Kampfkünsten“ (Wushu). Der geistige und spirituelle Hintergrund ist die daoistische Philosophie und der schamanische Spiritualismus. Die Energiearbeit (Qi Gong) nach der „Lehre der fünf Elemente“ aus der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) spielt eine große Rolle. Hier werden Meridiane (Energiebahnen) in Balance gebracht, was sich insgesamt auf Körper und Geist positiv auswirkt. Das LING MU QUAN versucht innere Erkenntnis und Handeln in Einklang zu bringen. Es vereinigt Widersprüche, wie schnell und langsam. Das LING MU QUAN ist mit seinen alten und neuen Wurzeln ein lebendige Bewegungsphilosophie. LMQ wird sich auch weiter von der Natur, anderen Stilen und Lehren inspirieren lassen. Ganz nach dem Motto:

»Nimm an, was nützlich ist, lass weg, was unnütz ist
und füge hinzu, was dein Eigenes ist.«

– (Bruce Lee)

Die wesentlichen Stile, aus deren Studium das Ling Mu Quan entstanden ist, sind das Neijiaquan Che Wushu, das Chang Quan, das Shaolin Kempo (Chuan-Fa), das Arnis, das Wuxing Qi Gong und das Boxen. Die ältesten Übungsformen die das Ling Mu Quan inspirieren sind rituelle Körperhaltungen die über 20 000 Jahre alt sind. Wahre Erkenntnis braucht den Widerspruch zum Reifen. Ling Mu Quan ist eine neue Kampfkunst mit uralten Wurzeln.

Das Hauptziel des Ling Mu Quan-Praktizierenden ist es, eine Grundlage für seinen »Weg« (Dao) zu schaffen. Es ist also mehr als eine »Kampfkunst« (Wushu), es ist eine Lebenshaltung. Die Liebe zur Natur und die Achtung vor ihr und allem Beseelten sind die wichtigsten Elemente dieser Lebenshaltung. Das Ling Mu Quan ist ein Stil, der den Komplex der »zehn beseelten Wesen« (Shishengling) und Formen der »fünf Elemente« (Wuxing) beinhaltet. Die »Baumform« (Muyang) verbindet die Shishengling-Formen und die Wuxing-Formen. Der Baum ist sowohl eines der »beseelten Wesen«, als auch eines der »fünf Elemente«. Der Baum gilt im Ling Mu Quan als ein Freund und weiser Lehrmeister. Die Verbundenheit zur Natur zeigt sich durch viel Meditation und Training im Freien. Am besten in der Natur (äußerlich), mit der Natur (Innerlich).

Wahres Wushu ist etwas Lebendiges und mehr als »nur« Tradition. Die Tradition ist gut, wenn es darum geht, Lehrwege, Weisheiten und elementares Wissen zu bewahren und zu vermitteln. Die Tradition sollte aber das Lebendige im Wushu nicht verdrängen. Wushu ist etwas Inneres, das die Fantasie und die Kreativität als elementare Säule braucht. Die alten Meister sagten dazu: Kraft des Geistes. Wushu wird in jedem Bruchteil der Zeit geschaffen, so wie die Schöpfung nichts Gewesenes, sondern etwas Gegenwärtiges ist. Daoistisch ausgedrückt: Alles fließt. Die Haltung des Mitschöpfenden, der mit Kreativität und Fantasie in der Lage ist, zu reagieren und zu gestalten, um dem Weg mit Präsenz zu folgen, ist sehr wichtig. Man kann so mit anderen Manifestationen des »beseelten Lebens« (Ling) in Kontakt kommen und sie aufnehmen. Die mentale Einstellung oder der »Geist einer Gottesanbeterin« (ein Raubinsekt) zum Beispiel, kennt keine Furcht. Wenn wir mental dieses blitzschnelle Wesen in einer Kampfsituation in uns aufnehmen können, helfen uns seine Einstellung und Fähigkeiten. Es braucht dafür aber Erkenntnisse elementarer Wahrheiten und Prinzipien (über die Tradition), einen offenen Geist und den Willen zur »geduldigen Arbeit« (Gong Fu).

Ling Mu Quan bietet …

  • Wushu-Formen & -Techniken

    Die Wushu-Grundtechniken Stehen, Gehen, Laufen, Fallen, Springen, Blocken (weich und hart), Stoßen, Schlagen, Treten, Greifen, Werfen und Hebeln werden gelehrt. Die einzelnen Techniken werden sehr häufig wiederholt. Sie sollen zu kontrollierten Reflexen werden. Ling Mu Quan hat zwei Formenkreise …

    • Der Shishengling-Kreis (Die zehn beseelten Wesen).
      Er beinhaltet Formen der Schlange, der Gottesanbeterin, der Katze, des Hundes, des Bären, des Hirsches, des Affen, des Kranichs, des Fisches und des Baumes.
    • Der Wuxing-Kreis (Die fünf Elemente).
      Er beinhaltet Formen von Wasser, Holz, Feuer, Erde und Metall.
    Shi Sheng Ling
    Wu Xing

    Für jedes Wesen und Element gibt es Techniken der Bewegung, der Atmung und der inneren Haltung. Ling Mu Quan-Formen sind im Vergleich zu vielen anderen Wushu-Stilen relativ kurz und somit »leichter« zu erlernen. Ein wichtiger Bestandteil und Besonderheit des Ling Mu Quan sind die Freiformen. Hier werden beherrschte Einzeltechniken und die kurzen Formen des Ling Mu Quan durch den Ausführenden selbst kombiniert.

  • Gesundheitssport

    Das Ling Mu Quan fördert die Gesundheit von Knochen, Muskeln, Sehnen, Nerven, Herz, Organen, Geist und Seele. Es wird auf die gesundheitsbewusste Ausführung der Übungen unter Berücksichtigung moderner Erkenntnisse Wert gelegt, um z.B. Bewegungen im Hohlkreuz und Bewegungen des Kopfes nach hinten zu vermeiden. Dynamische Kräftigungsübungen werden durch statische ergänzt. Das Dehnen geschieht sanft, auch wenn die Dehnungsfortschritte langsamer sind. Es werden keine »extremen« Techniken trainiert. Beispiel: Sehr hohe Tritte. Das Ziel ist nachhaltiger Umgang mit dem Körper. Die Reflexkoordination wird heutzutage auch von der »modernen Medizin« als sensationell wichtiger Hort des vitalen Altwerdens ausfindig erachtet.

  • Körperliche Leistungssteigerung

    Es werden verbessert: Koordination, Kraft, Torso-Beweglichkeit, Dehnbarkeit, Ausdauer und Knochenstärke. Besonders aber werden das Gleichgewichtsvermögen, die Sensibilität und die Reflexkoordination verbessert.

  • Selbstverteidigung

    Das Ling Mu Quan bietet neben den körperlichen, energetischen und seelischen Übungen auch die Möglichkeit die Selbstbehauptung und  die Selbstverteidigung (SV) zu trainieren. Wichtig für die Selbstverteidigung ist ein klares Kampfkonzept, welches strukturell und zugleich flexibel (spontan) ist. Das verhindert die »Angststarre« in einer echten bedrohlichen Situation.

    Das SV-System des LMQ, baut auf das Kampfkonzept der Wu-Tai-Chan-Che-Quan (Fünf Heilige Berge Schlangen Faust) Lehre auf. Das System, ist ein ganzheitliches Verteidigungskonzeptkonzept mit volgenden Schwerpunkten:

  • Die Lehre der »fünf Kreise«. Eine Methode, die Distanzen und Kampfverhalten verbindet.
  • Die Lehre der inneren Haltung. Mentale Kampfeinstellung durch ausgeglichenheit und falls hilfreich oder nötig, die „verwandlung“ in ein „Tier“, ohne lähmende Ängste und unbekümmert Kampfbereit.
  • Die Lehre des Luftprinzips, eine Lehre der Verteidigung (Kreise/Weichen/“weich Sein“).
  • Die Lehre des Wasserprinzips, eine Lehre des Angriffs (Zentrallinie/Schwerpunk/Brechen/“hart Sein“).                                                                                                       Die erste Distanz, der »fünf Kreise«,  ist noch vorkontakt, bzw kontaktlos. Themen wie die Genfahrvermeidung durch Aufmerksamkeit, strategisches Denken und Selbstbehauptung durch Haltung, werden hier ins Bewustsein geholt und richtiges Verhalten antrainiert. Das Kontakttraining beginnt mit Tui Zui (schiebende Hände), erst miteinander, dann gegeneinander. Damit das Ganze auf der Straße besteht, mussen es letztlich natürlich in hartem Sparring unerschütterlich gefestigt werden. Hat man das verhalten in allen fünf  Distanzen durch training verinnerlicht, ist Ling Mu Quan eine gute Selbstverteidigung, die keine super Athletik voraussetzt, sondern auf einer guten Reflexkoordination, gutem Gleichgewichtsvermögen, Sensibilität und Taktik aufbaut. Ling Mu Quan Wushu entfaltet sein ganzes kämpferisches Potenzial erst nach langer Zeit der inneren und äußeren Auseinandersetzung mit Gong Fu (geduldige Arbeit). Wer eine schnell zu erlernende Selbstverteidigung sucht, ist im Ling Mu Quan falsch, da es hierfür einen zu komplexen Ansatz hat.

  • Aufnehmen des Qi

    Das Qi (Universalenergie) aufzunehmen, zu atmen, um daraus Kraft zu schöpfen, ist ein wichtiges Element des Ling Mu Quan. Die Energiearbeit, Qi Gong genannt, ist eine sehr altes chinesisches übungsfeld mit vielen traditionen. Die »energetische Theorie des Qi«, besonders aber praxisbezogene übungen, wie die Wuxing Qi Gong-Form, sind bestandteil des Ling Mu Quan. Das Schema der Wechselwirkung der »fünf Elemente« und ihre Beziehung zu den Organen werden erörtert. Es gibt eine aktive Atemmeditation zum Aufnehmen des Qi. Das Qi ist keine Kraft, die man »haben« kann. Es ist eine Kraft, die uns durchströmt (wie alles im Universum), die wir aufnehmen und sammeln können. Das Qi erlangt man nicht nur durch Technik! Wer sich dem »geistigen Weg« des Dao (Weg des Universums) verschließt, kann kaum Qi Sammeln. Es geht nicht um Mystifizierung, sondern um Prinzipien. Wer die Natur liebt, kann Kraft von ihr erwarten. Nur Menschen, die Demut vor der Schöpfung haben und ihre Schönheit erkennen, können dem Dao einen Ort in sich geben.

  • Übungen mit den Elementen

    Sehr alte Trainingsmethoden und Riten des Wushu, die sich direkt und praktisch mit den Wuxing beschäftigen, finden im Ling Mu Quan ihre Anwendung. Die Elemente: Wasser, Holz, Feuer, Erde und Metall werden in das Wushu-Training auf vielfältige Weise integriert.

  • Meditation

    Das Dao (kosmischer Weg) ist das, was Yin und Yang trennt und verbindet. Auch wenn hoffentlich viele kosmische Erkenntnissplitter aufgesammelt und verinnerlicht werden, der »Weg« ist das Ziel. Ein Weg zur Erkenntnis des Dao ist, die Chan-Meditation. Der Ch-an-Buddhismus – auch als Zehn-Buddhismus bekannt – verbindet die buddhistische Lehre mit der daoistischen Lehre. Zusammengefasst geht es in der Meditation um das Leeren (Öffnen) des Geistes. Nur ein leeres Gefäß lässt sich füllen. Durch »Nicht-Denken« in der Meditation, durch »Sein« versuchen die Mönche die Erleuchtung zu erlangen und Buddha zu werden. Unser erstes Ziel jedoch ist es, sich mit Hilfe der Meditation so vorzubereiten, dass man ohne Alltagsbelastung Wushu üben kann. Die Chan-Meditation ist eine eher passive Meditation. Das Ling Mu Quan ist – richtig ausgeführt – »aktive Meditation«. Das richtige Atmen spielt bei »passiver« und »aktiver Meditation« eine Schlüsselrolle.

  • Schamanismus

    In Kürze …